Unter den rund 450 Anwesenden des Festkommers befanden sich auch Ehrengäste wie Schirmherr Klaus Hagemann, Landrat Ernst Walter Görisch, Verbandsbürgermeister Walter Wagner, Ortsbürgermeister Hans-Werner Balz, Ortsbürgermeister der Verbandsgemeinde, Mitglieder von Verbandsgemeinde- und Ortsgemeinderat, Kreisfeuerwehrinspekteur Harald Kemptner, Paul Loth (Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes Alzey-Worms), Wehrleiter Klaus Scherner, sein Stellvertreter Wilmut Gehm, sowie zahlreiche Abordnungen benachbarter Feuerwehren, DRK-Verbände, des THW-Worms, teilnehmenden Vereinen sowie Freunde und Einwohner aus Westhofen.
An seine Begrüßung schloss der damalige Wehrführer Uwe Räder eine kurze Zusammenfassung der Anstrengungen, die für das Fest unternommen wurden, an. Eine Festschrift konnte mit Unterstützung einiger Sponsoren kostenfrei an Westhofener Haushalte verteilt werden. Der Erlös des Festes sollte zugunsten des neuen Mehrzweckfahrzeuges verwendet werden.
Nach dieser Einführung übergab Uwe Räder die Leitung des Programms an Hermann Jehl, der in einer lockeren und unterhalsamen Art den Rest des Abends moderierte.
Herr Hagemann begann seine Rede mit einem Zitat aus der "Glocke" von Friedrich Schiller:
Wenn sie der Mensch bezähmt, bewacht,
Und was er bildet, was er schafft,
Das dankt er dieser Himmelskraft;
Doch furchtbar wird die Himmelskraft,
Wenn sie der Fessel sich entrafft,
Einhertritt auf der eignen Spur
Die freie Tochter der Natur.
Wehe, wenn sie losgelassen
Wachsend ohne Widerstand
Durch die volkbelebten Gassen
Wälzt den ungeheuren Brand!
Denn die Elemente hassen
Das Gebild der Menschenhand
Klaus Hagemann lobte die Solidarität der ehrenamtlichen Helfer für die Allgemeinheit, die stete Einsatzbereitschaft für die die Feuerwehrleute ihre Freizeit opfern. Durch das Anwachsen des Aufgabengebietes hat die Feuerwehr viele Spezialgebiete zu bewältigen, von technischer Hilfe über Gefahrstoffe oder auch Aufgaben im allgemeinen Zivil- und Katastrophenschutz.
[widgetkit id=15] |
Insbesondere in diesem Gebiet würden die ehrenamtlichen Helfer auch eine große Verantwortung tragen. Dies erfordere eine besondere Ausbildung und eine gute Ausstattung. Leider gebe es insbesondere bei der Ausstattung ein deutliches Defizit, auch die Aufgabenkoordination zwischen Bund, Ländern und Kommunen lasse oft zu wünschen übrig. Es sei daher wichtig, die zivile Sicherheitsstruktur zu diskutieren.
Weiterhin betonte Klaus Hagemann die Wichtigkeit, von Seiten der Feuerwehren und der Kommunen bei den Arbeitgebern um Verständnis für den Einsatz der Freiwilligen Helfer zu werbern. Diese sollten eigentlich ein deutliches Plus bei Arbeitgebern und Gesellschaft erfahren. Jedoch sei die Situation für Feuerwehrleute in der letzten Zeit schwieriger geworden.
Auch lobte er die Arbeit der Jugendfeuerwehren. Klaus Hagemann sieht darin eine deutliche Notwendigkeit, da diese den Nachwuchs der Feuerwehren bilden und fördern.
Zur Auflockerung des Programms wurden im ersten Teil des Abendes Darbietungen des WCV-Teenie-Ballets, der Tanzgruppe der Landfrauen sowie des Frauenchors des Gesangvereins Harmonie aufgeführt.
Nach einer Zusammenfassung von 125 Jahren Feuerwehrgeschichte durch Uwe Räder folgten Grußworte von Landrat Ernst Walter Görisch und Bürgermeister Walter Wagner.
Landrat Görisch stellte heraus, dass es wichtig sei Menschen zu haben, die sich für das Gemeinwohl einsetzen. Heutzutage können man häufig projektbezogenes Engagement erkennen und nutzen, einen langjährigen Einsatz wie das beispielsweise bei Feuerwehren zu finden sei, wäre heute die Seltenheit.
Im Landkreis seien 76 Feuerwehren mit 2.100 Wehrleuten tätig, die im Durchschnitt rund 21.000 Stunden ehrenamtlichen Dienstes erbringen würden.
Aus finanzieller Sicht sei Brandschutz mit hauptamtlichen Kräften für die Kommunen nicht tragbar, so der Landrat. Auch in Zukunft sei das Investitionsprogramm des Kreises auf eine gute Ausstattung ausgerichtet. Der Feuerwehr Westhofen bescheinigte er eine erfolgreiche Geschichte und wünschte ihr Glück und alles Gute für ihre Zukunft.
Auch Bürgermeister Walter Wagner bescheinigte der Feuerwehr herausragende Leistungen. Die vergangenen 125 Jahren würden einen Zeitraum umreißen in dem vieles entstanden ist. Der Bürgermeister konnte der Wehr für das Projekt Mehrzweckfahrzeug eine Spende in Höhe von 2.000 Euro der Verbandsgemeinde überreichen.
Im Anschluss an seine Ansprache konnte Walter Wagner noch einige Kameraden der Wehr befördern und für ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement auszeichnen:
Beförderungen
Beförderungen (v.l.n.r.) befördert zum
Uwe Räder - Hauptbrandmeister
Klaus Sauer - Oberbrandmeister
Stefan Karius - Oberbrandmeister
Michael Thier - Oberbrandmeister
Dirk Kämpfert - Brandmeister
Hans-Jörg Heuser - Hauptfeuerwehrmann
Damian Wawro - Oberfeuerwehrmann
Frank Stoltenberg - Feuerwehrmann
Marco Bösing - Verpflichtung (Feuerwehrmannanwärter)
Christopher Balz - Verpflichtung (Feuerwehrmannanwärter)
Für langjähriges ehrenamtliches Engagement wurden Burkhard Deibert (25 Jahre), Günther Wagner (30 Jahre) und Helmut Weinbach (35 Jahre) ausgezeichnet.
Nach den Beförderungen und Ehrungen entrichteten Ortsbürgermeister Hans-Werner Balz Grußworte. Die Traubenblütenkönigin Jana I. entrichtete stellvertretend für alle Vereine Grußworte und ein herzliches Dankeschön der Wehr.Traubenblütenkönigin Jana I. und Prinzessinnen.
Vertreter verschiedener Vereine überreichte darüber hinaus der Feuerwehr Gastgeschenke zu ihrem 125jährigen Jubiläum.
Nach der Pause folgte eine Ansprache des 1. Vorsitzenden des Fördervereins Ernst-Ludwig Balz. Dieser berichtete über die Tätigkeit des Fördervereins während seines 15jährigen Bestehens. Als Höhepunkt zum Abschluss führte er die durchgeführte Spendenaktion "Mehrzweckfahrzeug" an. Man habe bereits ein gebrauchtes Fahrzeug erwerben können, jetzt werde noch Geld für Lackierung, Plane und Sondersignale benötigt.
Auf die Ansprache von Ernst-Ludwig Balz folgten Grußworte von Harald Harald Kemptner, Kreisfeuerwehrinspekteur des Landkreises Alzey-Worms. Dieser stellte die Tätigkeit der Feuerwehr im Gefahrstoffzug sowie den hervorragenden Internetauftritt der Feuerwehr heraus.
Es folgten Grußworte des Wehrleiters der Verbandsgemeinde Westhofen, Klaus Scherner (auch stellvertretend für die Wehrführer der Wehren in der Verbandsgemeinde), Willi Schneider, stellvertretend für die befreundeten Nachbarwehren, sowie vom Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes Paul Loth.
Am Ende des Programms gab Uwe Räder bekannt, dass er diese Feier zum Anlass nehme, seinen Rücktritt zu verkünden. Da er zum neuen Wehrleiter der Verbandsgemeinde gewählt wurde und dieses Amt im März 2006 antreten werden soll wäre es an der Zeit, die Position des Wehrführes an seinen Nachfolger zu übergeben.
Er könne mit Stolz auf die vergangenen sieben Jahre zurückblicken. In dieser Zeit sei in der Wehr einiges bewegt worden, besonders hervorzuheben sei die Gründung der Jugendfeuerwehr, die Gründung der Helfer-vor-Ort-Gruppe sowie die Planung des 125jährigen Jubiläums und die daraus entstandene Idee der Spendenaktion für ein Mehrzweckfahrzeug.
Sein Dank galt den Kameradinnen und Kameraden der Wehr, die ihn in seiner Tätigkeit unterstützt haben. Eine erfolgreiche Dienstzeit wurde ihm auch durch Verbandsbürgermeister Wagner bescheinigt. Dieser verabschiedete Uwe Räder aus dem Amt des Wehrführes und konnte gleich anschließend Daniel Parker zum neuen (und dem insgesamt fünfzehnten) Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Westhofen verpflichten.
Bei seiner Antrittsrede bedankte sich Daniel Parker bei Uwe Räder für die gute Arbeit. Er übernehme eine stabile und funktionierende Wehr. Hätte Uwe Räder vor sieben Jahren nicht die Wehrführung übernommen könne heute Westhofen nicht auf eine so gut ausgebildete und ausgestattet Wehr blicken. Als symbolisches Zeichen des Dankes überreichte er einen gelben Feuerwehreinsatzhelm mit der Nummer 1.
Die in diesem Artikel veröffentlichten Bilder wurden von Anja Knirlberger erstellt, die Sie uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.