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27.06.2009 - Technische Hilfeleistung |
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Wie jede moderne Feuerwehr muss sich auch die Feuerwehr Westhofen intensiv mit der technischen Hilfeleistung auseinandersetzen. Dieses Aufgabenfeld hat sich in den letzten Jahrzehnten immer mehr zur Hauptaufgabe der Feuerwehren entwickelt. Auch wenn die Begrifflichkeit und Einsätze zu diesem Themenbereich äußerst vielfältig sind, allgemein verbindet man damit überwiegend das Befreien von eingeklemmten Personen aus verunfallten Fahrzeugen.
Aufgrund der fortschreitenden technischen Entwicklung sind regelmäßige und intensive Ausbildungen notwendig um die Handhabung des vorhandenen Einsatzgerätes beherrschen zu können. Aber der technische Fortschritt bei den Fahrzeugen und auch die möglichen Unfallsituationen erschweren die Arbeit der Feuerwehr und erfordern taktische Anpassungen des Vorgehens.
An diesem (sehr heißen) Samstagnachmittag hatte die Feuerwehr Westhofen die Gelegenheit, auf dem Firmengelände der Firma Faß in Worms an zwei Fahrzeugen verschiedene Szenarien darzustellen, die jeweils ein unterschiedliches Herangehen erforderten.
Die Übung wurde in zwei Bereiche unterteilt. An einem Fahrzeug wurden die regulären Handgriffe geübt, während an dem anderen zwei Szenarien (Fahrzeug auf Dach und Fahrzeug auf der Seite) geübt wurden. Zur besseren Durchführung wurden zwei Gruppen gebildet, damit jeder die Möglichkeit hatte die erforderlichen Geräte und Handgriffe kennenzulernen.
Grundlagen / Basics
Jeder Arbeit an einem Unfallfahrzeug gehen gewisse grundlegende Tätigkeiten voraus. Zum einen ist dies die Stabilisierung des Fahrzeuges. Je nach Lage des Fahrzeuges kann hierzu Unterbaumaterial oder auch das von uns verwendete Stab-Fast-System (siehe z.B. PKW auf Dach oder PKW auf Seite) verwendet werden.
Weiterhin ist das sogenannte "Glasmanagement" durchzuführen. Hierbei sind die Fahrzeugscheiben durch gezielte Maßnahmen herauszunehmen. Das soll verhindern, dass Einsatzkräfte und auch die Patienten im Fahrzeug unnötiger Verletzungsgefahr ausgesetzt werden. Durch den Unfall selbst können die Scheiben bereits beschädigt sein oder unter Spannung stehen.
Auch müssen die Einsatzkräfte das Vorhandensein von Airbags kontrollieren - insbesondere ob diese bereits ausgelöst haben. Sollten die Airbags noch nicht ausgelöst haben, können Rückhalteeinrichtungen im Fahrerraum angebracht werden, um die Gefahr eines verspätet auslösenden Airbags (z.B. auch durch die Rettungsmaßnahmen) zu minimieren.
PKW auf Dach
Bei dieser Übung sollte eine Person aus einem auf dem Dach liegenden PKW gerettet werden. Hierfür musste ein entsprechender Zugang geschaffen werden. Die Stabilisierung wurde mit dem "Stab Fast"-System durchgeführt, dass speziell für solche Situationen entwickelt worden ist.
Nach dem Durchführen der grundlegenden Arbeiten, öffnete man den Kofferraum mit Hilfe des hydraulichen Spreizers. Anschließend wurde die Rückbank entfernt um sich weiter zum Fahrersitz vorarbeiten zu können. Direkt nach dem Entfernen der Rückbank wurde mit einem Hydraulikzylinder der hintere Teil des Fahrzeugs in Höhe des Kofferraums nach oben gedrückt. Bei der Durchführung dieser Maßnahme musste die Absicherung angepasst werden um das Fahrzeug für weitere Arbeiten stabil zu halten.
PKW auf Seite
Der noch in der Übung vorher auf dem Dach liegende PKW musste nun zur Darstellung eines Unfalls mit einem auf der Seite liegenden Fahrzeug herhalten. Auch hier kam zur Stabilisierung des Fahrzeuges das "Stab-Fast-System" zum Einsatz. Um besser Arbeiten zu können wurde die Rettungsplattform an der Seite des Fahrzeugs in Stellung gebracht. Hierdurch war es dem Trupp möglich, in entsprechender Höhe direkt an der Fahrerseite tätig zu werden.
Die Fahrertür wurde geöffnet und abgetrennt. Anschließend wurde mit der neuen Säbelsäge gearbeitet. Hiermit trennte man den Boden des Fahrzeuges auf und war dann in der Lage, das Blech mit dem Fahrersitz zur Seite zu biegen.
Fazit
Die Arbeit in zwei Gruppen an den beiden Fahrzeugen ermöglichte es jedem die vorhandenen Arbeitsgeräte selbst zu betätigen und Ihre Funktionsweise kennenzulernen. Auch mit neuem Gerät konnte wirkungsvoll geübt werden. Auf diesem Weg möchten wir uns noch einmal ganz herzlich bei der Firma Faß Autoverwertung in Worms bedanken, ohne deren Bereitschaft solch tiefgreifende Übungen nicht möglich wären.
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